Kögel Fahrzeugwerke GmbH muss Insolvenz anmelden
Unternehmen soll weitergeführt werden
Die Kögel Fahrzeugwerke GmbH, Burtenbach, muss aufgrund der Marktverwerfungen in der Logistikindustrie und der Trailerbranche Insolvenz anmelden. Die Gesellschafter möchten das Unternehmen weiterhin unterstützen und arbeiten an einer entsprechenden Fortführungslösung im Rahmen eines Insolvenzplanverfahrens. Das Unternehmen Kögel soll demnach weitergeführt werden. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Wirtschaftsprüfer Arndt Geiwitz aus Neu-Ulm bestellt, der bereits mit der Geschäftsleitung an der uneingeschränkten Betriebsfortführung des Unternehmens arbeiten soll.
Wie auch andere in der Branche hatte Kögel seit dem Ausbruch der Finanzkrise im letzten Herbst mit einem Nachfrageeinbruch von über 90% zu kämpfen. Weitere Belastungen für die Kundschaft brachte die erhöhte Lkw-Maut, so dass bereits mehrere Kunden des Fahrzeugwerks Insolvenz anmelden mussten.
Eine vorübergehende Stabilisierung konnte zwar mit umfangreichen Restrukturierungsmaßnahmen und mehrmaligen Kapitaleinschüssen der Gesellschafter erreicht werden, jedoch führten nach Unternehmensangaben die restriktiven Tendenzen am Finanzmarkt zu einem nicht mehr auszugleichenden Liquiditätsengpass.
Erschwerend kamen Einschränkungen der Kreditversicherungen hinzu, die neben den Effekten auf die Lieferanten auch eine erhebliche Reduzierung des Factoring-Volumens zur Folge hatten - eine Praxis, die laut Kögel in diesem Umfang vor dieser Krise nicht bekannt war.
Das Unternehmen hatte bereits über ihre Hausbank einen Antrag auf Hilfsmittel aus dem KfW-Sonderprogramm 2009 gestellt. Die in Aussicht gestellten Mittel konnten jedoch totz aller Bemühungen der beteiligten Kreditinstitute, KfW und Gesellschafter aufgrund der Komplexität des Vergabeprozesses und der schwierigen Abstimmungen zwischen Banken und KfW die Insolvenz leider nicht mehr verhindern. Auch die zuletzt mit diversen Lieferanten getroffenen Stundungsvereinbarungen konnten hieran nichts mehr ändern. Kögel erhielt vor kurzem noch Auszeichnungen und produzierte per Mitte 2008 noch annähernd 24.000 Trailer jährlich. Von der Insolvenz sind insgesamt circa 1.150 Mitarbeiter betroffen, hiervon rund 830 in Deutschland. Die Schwestergesellschaft in Frankreich Jean Chereau SAS ist von der Insolvenz nicht betroffen.
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