Traditionsstandort mit Zukunft
MBB Palfinger setzt in Ganderkesee auf Wachstum
Mit Beginn dieses Jahres übernahm der österreichische Hebesysteme-Hersteller Palfinger die MBB Liftsystems in Ganderkesee bei Bremen. Über Absichten und Planungen, die mit diesem Zusammanschluss verbunden sein könnten, wurde seither in Fachkreisen heiß spekuliert. Im Rahmen eines Pressetermins vor Ort Mitte Juni gab das Unternehmen, das jetzt unter dem Namen MBB Palfinger firmiert, Einblicke in die künftig geplante Entwicklung.
Unter dem Namen PALGATE hat Palfinger bereits eine eigene, relativ kleine Produktreihe von Ladebordwänden auf dem Markt, die künftig im Angebot von MBB Palfinger aufgehen und ebenfalls in Ganderkesee produziert werden wird. Mit dieser Planung gibt Palfinger auch ein klares Bekenntnis zum Standort Hoykenkamp ab. Eine Verlagerung der Produktion an Standorte mit vermeintlich geringeren Lohnkosten steht laut Ortner nicht zur Debatte und war auch nie angedacht.
Im Gegenteil: Das Werk in Ganderkesee soll zum Kompetenzzentrum für den gesamten Bereich der Hubladebühnen ausgebaut werden. Mit dem Erwerb des 260 Mitarbeiter starken Unternehmens (Umsatz in 2007 rund 61 Mio. Euro) sowie des britischen Herstellers Ratcliff hat Palfinger nach eigenen Angaben weltweit den zweiten Platz auf dem Markt der Ladebordwände eingenommen und strebt die Spitzenposition an. Insgesamt gesehen belegen die Unternehmen der Palfinger Gruppe laut Ortner in allen Produktsegmenten einen Platz unter den ersten drei.
Die Erweiterung der Produktpalette hat dabei neben der Schadffung von Synergien bei der Hydraulik-Entwicklung noch einen weiteren strategischen Vorteil für Palfinger: Die Abhängigkeit von bestimmten Branchen soll so weitgehend minimiert werden. Hatte beispielsweise vor sechs bis sieben Jahren die Bauwirtschaft noch einen Anteil von knapp 80 Prozent am Umsatz des Unternehmens, so sind es heute nur noch rund 50 Prozent. Durch das Anwachsen um die Hubladebühnen-Sparte dürfte sich dieser Anteil weiter verringern.
Neben Ratcliff und MBB wurden jüngst die Produktbereiche Epsilon (Forst- und Recyclingkrane) und Railway (Kranaufbauten für Schienenfahrzeuge) als unabhängige Einheiten in die Gruppe integriert. Die neue Struktur soll vor allem flexible und schnelle Entscheidungen vor Ort gewährleisten, die sowohl die Palfinger Händler als auch den Endkunden erfolgreicher machen.
Mehr zu diesem Thema können Sie in der kommenden Print-Ausgabe von NFM lesen.
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