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NFM-Verlag > Archiv > Unternehmen

10.03.2008

Vernetzte Transporte auf Höhe Null

Sensible Fracht: Unmittelbar nach der Landung wird die Luftfracht entladen und auf der Straße zum Bestimmungsort transportiert

Lufthansa Cargo setzt auf elektronische Logistikplattform

Rund 1,8 Mio. t Fracht transportierte die Lufthansa Cargo 2007 weltweit. Innerhalb Europas werden die Frachtflieger des Unternehmensvon gecharterten LKW unterstützt. Der Straßentransport allerdings konfrontiert auch den Luftfracht-Giganten mit Problemen. Da Lufthansa Cargo nur einfache Fahrten vergibt, trieben bisher viele Leerkilometer die Preise der Spediteure in die Höhe. Durch die Einführung der elektronischen Logistikplattform TISYS der TRANSPOREON GmbH zeigt sich jetzt eine Frachtkostensenkung von über fünf Prozent.

Stellt ein Unternehmen über das Modul TICAP einen neuen Auftrag ein, können alle angeschlossenen Spediteure die dazugehörigen Spezifikationen einsehen und je nach ihrer persönlichen Disposition entscheiden, ob sie ein Angebot abgeben und wie hoch sie den Preis ansetzen. Jede Ladung kann damit stets an das wirtschaftlich sinnvollste Fahrzeug vergeben werden, also jenes, das genau für diese Ladung den geringsten Leerkilometer- und damit Leerkostenanteil hat.

Die geschlossene Form der Logistikplattform war für den Luftfrachtanbieter ein entscheidender Vorteil von TISYS® gegenüber offenen Logistiklösungen oder Frachtbörsen, da nur ein spezieller Kreis von Fuhrunternehmen für ihre Aufträge überhaupt in Frage kommt. „Unsere Güter werden auch auf der Straße in Luftfrachtcontainern transportiert“, so RFS Operations-Leiterin Christa Pannke. Diese Boxen können jedoch wegen ihrer dünnen Blechwände nur über Rollenbahnen verladen werden, auf einem Gabelstapler würden sie sich möglicherweise verbiegen. Deshalb werden im Luftfracht-Ersatzverkehr Roller-Bed-LKW eingesetzt, die über im Laderaumboden eingelassene Rollen verfügen.

Mittlerweile sind 69 Spediteure für den geschlossenen Frachtführerpool der Lufthansa Cargo zugelassen. Die anfängliche Skepsis der Frachtführer gegenüber dem ungewohnten Kommunikationsweg sei inzwischen der Begeisterung über die leichte Auftragserteilung gewichen. Auch die geschätzte Kosteneinsparung von fünf bis acht Prozent, die sich Lufthansa Cargo von den internen Veränderungen erwartet hatte, haben erste Effizienzauswertungen bereits bestätigt.

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