Daimler will die Marktperformance des Canter verbessern
Leichter Truck für schwere Lasten
Mitsubishi Fuso: Die Marke ist integraler Bestandteil von Daimler Trucks, die Modellbaureihe Canter führt insbesondere auf dem deutschen Markt nach wie vor ein Schattendasein. Mit 937 verkauften Canter im Jahre 2007 liegt Deutschland im europäischen Vergleich
nur auf Rang 6 der Absatzstatistik. Das soll sich ändern! Formuliertes Ziel der Vertriebsstrategen ist eine nachhaltige Verbesserung der Marktperformance von Fuso in Deutschland. Wie soll das angesichts der vorhandenen Produktpalette von Mercedes-Benz mit den Baureihen Sprinter, Vario und Atego gehen? Die Gefahr einer Kannibalisierung sieht man in der Mercedes-Benz Vertriebsorganisation nicht. Im Gegenteil: „Der Canter ist eine logische Erweitung der Atego-Baureihe in leichtere Gewichtssgemente”, so Andreas Burkhart, verantwortlich für den Vertrieb Lkw der Mercedes-Benz Vertriebsorganisation Deutschland (MBVD).
Ideal für's gewichtssensible Segment
Angesichts der vielfältigen Qualitäten, die der Canter mitbringt, ist Burkhart zuversichtlich, dass sich der Absatz deutlich nach oben bringen lässt. Burkhart: „Es gibt Segmente, in die der Canter ideal passt.“ Zu den wichtigsten Qualitäten des Canter gehören seine hohen Nutzlastreserven. Die wollen die Vertriebsprofis vor allem in gewichtssensiblen Transportsegmenten nutzen. Im Visier haben sie insbesondere die Bereich Frischdienst- und Tiefkühllogistik, das Baunebengewerbe und Garten- und Landschaftsbauer. Um die spezifischen Canter-Vorteile für potenzielle Kunden erfahrbar zu machen, wurde jetzt eine Vorführflotte auf die Räder gestellt, mit der der Canter in unterschiedlichen Branchenlösungen auf Herz und Nieren gestestet werden kann. Wendig und mit hoher Nutzlast präsentiert sich zum Beispiel der Canter als Kipper. Der Canter 7C18 mit 3350 mm Radstand bietet ab Werk gute Voraussetzungen für den Baustelleneinsatz. Ein verwindungssteifer und aufbaufreundlicher Rahmen, das Frontlenkerkonzept, das bei einem Radstand von 3350 mm und einer 4000 mm langen Kippbrücke mit nur 6200 Gesamtlänge auskommt sowie einer Nutzlast von rund 3720 kg bei einem zul. Gesamtgewicht (zGG) von 7500 kg, sind die Zutaten, aus denen die hohe Praxistauglichkeit generiert.
Moderne Motorentechnologie
Auch als Pritschenwagen lässt sich der Canter nutzen, bringt er doch eine niedrige Ladehöhe von 890 mm und eine hohe Ladekapazität 1010 kg Nutzlast bei 3500 kg zul. Gesamtgewicht mit. Damit bietet sich der Pritschen-Canter insbesondere für den Garten- und Landschaftsbau sowie das Baunebengewerbe wie etwa Dachdecker und Gerüstbauer an. Herzstück aller Varianten ist Motoren-Technologie im Canter. Die Kunden haben die Wahl zwischen vier Dieselmotoren nach Abgasstandard Euro 4 mit Common-Rail-Einspritztechnik, gekühlter Abgasrückführung und Partikelfilter. Die Motoren verfügen über Turbolader mit verstellbarer Geometrie. Ergebnis sind ein niedriger Kraftstoffverbrauch, geringere Abgas-Emissionen, ein gutes Ansprechverhalten besonders bei niedrigen Drehzahlen und viel Drehmoment über einen breiten Drehzahlbereich. Verfügbar im Programm sind Motoren mit drei Litern Hubraum und Leistungen von 81 kW (110 PS) über 92 kW (125 PS) bis 107 kW (145 PS). Darüber hinaus gibt es für die Modelle mit 6,5 und 7,5 t zGG zusätzlich einen besonders leistungsstarken Motor mit 132 kW (180 PS) aus 4,9 Litern Hubraum. Die maximale Durchzugskraft beträgt 530 Nm bei 1600/min. Alle Canter mit diesem Motor erhalten serienmäßig eine Elektrik mit 24 Volt, gegenüber 12 Volt bei den anderen Modellen. Details sorgen für hohe Funktionalität und Sicherheit. Das Ölwechsel-Intervall beträgt wirtschaftliche 30.000 km, Rückspiegel mit großem Sichtfeld erhöhen die Betriebssicherheit ebenso wie verstellbare Kopfstützen.
Robustes Frontlenkerkonzept
Mit seinen gewichtsoptimierten Motoren verfügt der Canter über einen deutlichen Nutzlastvorsprung gegenüber dem Wettbewerb: Das Fahrgestell mit 7,5 t Gesamtgewicht trägt bis zu 4920 kg. Die hohe Funktionalität des Canter zeigt sich bei Modellvielfalt und Raumausnutzung. Dank des Frontlenkerkonzepts lässt sich ein beachtliches Ladevolumen realisieren. Vier Fahrerhäuser, vier Gewichtsklassen von 3,5 bis 7,5 t zul. Gesamtgewicht sowie sieben Radstände von 2500 mm bis zur Topvariante mit 4470 mm Achsabstand und besonders breiter Rahmenspur belegen die Vielseitigkeit. Mit schlankem Standard-Fahrerhaus, breitem Komfort-Fahrerhaus sowie mit Einzel- und Doppelkabine erfüllt der Canter die Anforderungen nahezu jeder Branche.
Mit der EURO 5-Einführung im kommenden Jahr wird sich beim Canter motorentechnisch einiges tun. Das künftige Aggregat wird von Fiat Power Train kommen und über einen Dieselpartikelfilter verfügen.
Aber auch mit Blick auf alternative Antriebstechnologien hat der Daimler-Konzern mit dem Canter noch einiges vor. So läuft in Großbritannien ein erster Feldtest mit dem Hybrid-Sprinter, der in Japan bereits bei der Händlern steht. Wann er in Europa zu kaufen sein wird, steht gegenwärtig noch nicht genau fest. Spätestens mit der Einführung von Euro 6 soll der umweltfreundliche Hybrid-Canter auch in Europa zu kaufen sein.
Fotos: Daimler, sk
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