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NFM-Verlag > Archiv > Test- & Fahrberichte

04.03.2008

Ein Pickup für die City

Nicht nur für Gärtner: Der Strada ist für viele Transportaufgaben eine wirtschaftliche Lösung

Fiat Strada: Kompakter Transporter mit gewerblichen Qualitäten

Der Pick-up ist ein Fahrzeugkonzept, das polarisiert. Entweder gibt es robuste Pick-ups für schweres Gelände oder sie kommen als SUV daher. Genau dazwischen hat Fiat seinen Strada platziert. Ein kompakter Pick-up mit Nutzfahrzeugqualitäten für den gewerblichen Einsatz, der darüber hinaus
Fahrspaß macht! Wir waren mit einem Fiat Strada Adventure unterwegs. Diese eigentlich freizeitorientierte Variante mit gehobener Ausstattung  lässt sich auch als Nutzfahrzeug gut gebrauchen.

Angenehm zu fahren: Das lange Fahrerhaus des Strada Adventure bietet reichlich Platz

Der Pick-up besitzt eine 1.693 mm lange und 1.220 mm breite ebene Pritsche mit einer Nutzfläche von 2,1 m² und einer Nutzlast von 630 kg. Bei den Versionen mit langer Kabine wie beim Adventure verkürzt sich die Ladefläche auf 1.393 mm, die Pritschenfläche verringert sich auf 1,7 m², die Nutzlast auf 610 kg. Interessant ist das Pritschenkonzept für verschiedene Branchen. Gala-Bauer gehören ebenso dazu wie Hausmeister, Handwerker oder Servicedienstleister.

Die mit einer Kunststoffwanne ausgekleidete Pritsche, der ebene Pritschenboden sowie Verzurrösen zur Ladegutsicherung sind weitere praxisgerechte Details. Ebenso die niedrige Pritschenhöhe (615 mm), die um 90 Grad abklappbare Heckklappe mit einer Tragkraft bis zu 300 Kilogramm, das Schutzgitter für das Schiebefenster mit integrierter Leiterhaltung an der Kabinenrückseite und die Trittstufe am Heck. Große Bodenfreiheit (auch bei voller Zuladung) erweitert den Einsatzbereich des Strada.

Als Antrieb dient ein 62 kW (85 PS) starker 1.3 Liter Common Rail Diesel mit Direkteinspritzung und Multijet-Technologie. Sein maximales Drehmoment beträgt 200 Nm bei 1.750 U/min. Das verleiht dem Fiat Strada konkurrenzfähige Fahrleistungen (0 bis 100 km/h in 13,5 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 165 km/h). Mit einem kombinierten Verbrauch von 5,3 l/100 km ist er dazu ausgesprochen genügsam.

Einzelradaufhängung vorn und blattgefederte Starrachse hinten: In Sachen Fahrwerk hat sich Fiat beim Strada für eine simple, robuste Lösung entschieden, die natürlich im Bereich des Fahrkomforts Wünsche offen lässt. Hintergrund: Der Strada ist als leichtes Nutzfahrzeug für Entwicklungs- und Schwellenländer konzipiert und dort sind rustikale Lösungen gefragt.

Auf der Straße hat der City-Pick-up trotzdem einen überwiegend positiven Eindruck hinterlassen. Lediglich die leichte Tendenz zum Untersteuern erfordert vom Fahrer entsprechende Gegenmaßnahmen. Ansonsten macht der Strada mit dem kraftvollen 1.3 Multijet-Motor richtig Spaß.

Tragfähiger Kompromiss: Das Verhältnis zwischen Ladefläche, Fahrerkabine und Motorraum ist vertretbar

In Deutschland wird der Fiat Strada in zwei Versionen als Strada und Strada Adventure sowie mit kurzer und langer Kabine angeboten. In beiden Varianten bietet der Fahrerbereich zwei Personen Platz. Wer sich für die lange Fahrerhausversion entscheidet, erhält auch hinter den Sitzen reichlich Stauraum. Der Komfort in der Kabine befindet sich auf Pkw-Niveau. Hinter den beiden Einzelsitzen ist neben dem Ersatzrad Platz für kleine Gepäckstücke, ebenso praktisch ist das großformatige Schiebefenster zur Ladefläche.

Nicht überzeugt hat die Sicherheitsausstattung. Die Produktmanager spendierten dem Kleintransporter gerade mal ABS, Seitenaufprallschutz sowie zwei Airbags. Dabei hätte der Strada angesichts seiner Fahrleistungen zumindest als Extra ein ESP verdient. Aber der Einsatz der blattgefederten hinteren Starrachse und der Trommelbremsen hinten zeigt, dass der Strada nicht für den europäischen Markt konzipiert ist.

Fazit: Der Fiat Strada wird die Bedürfnisse unterschiedlicher Nutzgruppen befriedigen. Zu seinen wichtigsten Eigenschaften gehört neben seinem Nutzwert die hohe Wirtschaftlichkeit. Sicherlich erreicht er in Sachen Fahrkomfort und Ausstattung nicht das Niveau anderer City-Transporter. Der Strada macht aber diese Defizite durch seine Robustheit und seine Wirtschaftlichkeit wieder wett.

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