BBZ Nordhausen nimmt neues Autodrom in Betrieb
Viel Platz zum (Er-)Fahren
„Mit Sicherheit ein Erlebnis“ – ein Motto der Berufsbildungszentrum für den Straßenverkehr gGmbH, das sich auch im neu ausgebauten Autodrom Nordhausen widerspiegelt. Am 02. Juni wurde das, auf nunmehr 25.000m2 asphaltierte Straßenfläche für Sicherheitstrainings und Ausbildung, erweiterte Areal feierlich in Betrieb genommen. Auf der Gästeliste standen unter anderem die Oberbürgermeisterin Frau Rinke sowie Verantwortliche der Industrie und großer Verbände wie Aral, Total, DVR, Arbeitsagentur, TÜV und verschiedene Berufsgenossenschaften
Die erste Idee für den Ausbau wurde bereits vor zwölf Jahren geboren. Zwischen der konkreten Umsetzung mit dem ersten Gespräch beim Architekten vor fast genau einem Jahr bis zum ersten Spatenstich im März 2009 lagen dann nur wenige Monate. In knapp drei Monaten Bauzeit für die 18.000m2 asphaltierter Flächen musste die Bauausführende Firma Kemna Bau mit Zeitdruck und Winterausläufern logistisches Können beweisen.
Großes Schulungsgesamtangebot
Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Vom Motorrad über Transporter bis zu Lkw, Bus und speziellen Einsatzfahrzeugen reicht das umfangreiche Sicherheitstrainingsangebot. Aber auch Aus- und Weiterbildungen beispielsweise für Erdbaumaschinen, Spedition, Lager und Logistik gehören zum Schulungsprogramm des Bildungs- und Schulungsdienstleisters. Hierzu stehen 36 fest angestellte Mitarbeiter bereit. Neben dem, hinter idyllischem Grün und Bäumen gelegenen, Autodrom hat das BBZ auch weiterhin seinen Standort in der Gerhard-Hauptmann-Straße, den der Geschäftführer Herr Salomon zur Eröffnung des Geländes gerne als einen wichtigen Faktor für das Gesamtprogramm „am Haken mit hergeschleppt“ hätte.
250 kg gegen 40 to
Nach den Eröffnungsreden und dem Zerschneiden des roten Bandes ging es dann auch direkt zum praktischen Erleben. An mehreren Stationen stellte das BBZ sein Leistungsspektrum vor. Begonnen wurde die Vorführung auf dem neuen Gelände mit einer Einschätzungsfrage. Kommt ein Motorrad oder ein beladener Tanksattelzug bei einer Geschwindigkeit von 40 km/h schneller vor einem Hindernis zum Stehen? Die praktische Übung zeigt, in diesem Fall ist der Unterschied gering – moderne Bremsen machen es möglich. Aber bei höherem Tempo verlängern sich auch die Bremswege. In der Theorie sind solche Grundsätze der Fahrphysik in der Regel bekannt. Zumindest aus den theoretischen Fahrstunden sollten sie Fahrzeugführern, ob zwei- vier oder mehr Räder bekannt sein.
Der feine Unterschied
Doch wer die Theorie kennt, beherrscht die Praxis noch lange nicht. Selber sehen, erleben und fühlen geht oftmals weit über die Vorstellungskraft. Im alltäglichen Straßenverkehr jedoch häufig mit katastrophalen Folgen. Mit dem Trainingsareal des BBZ Nordhausen möchten die Veranstalter Fahrern und Fahrerinnen die Gelegenheit geben unter sicheren Bedingungen genau diese Erfahrungen selber zu machen und ein sichereres Verhalten für Ernstfälle zu üben.
Ein Stück wahres (Verkehrs-)Leben
Zu den Stationen gehörten an diesem Tag auch verschiedene Simulatoren. Zwar können diese keine Fahrpraxis und –Fahrstunden vollständig ersetzen. Aber sie können zusätzliche Situationen simulieren, und somit die eigene Reaktion getestet werden. So auch am Fahrsimulator im Info-Truck, in dem Herr Nestler Interessierten die Gelegenheit gibt, sich mit verschiedenen Situationen zu konfrontieren. Abrupt endet die Fahrt eines Teilnehmers mit einer Karambolage. „Ich habe nicht gesagt, dass die anderen alles richtig machen“, sagt Herr Nestler. Nicht nur das eigene Verhalten auch das von anderen kann gefährliche Situationen heraufbeschwören. Eben wie im wahren Straßenverkehrsleben.
Auch der Safe Trailer mit Gurtschlitten und die Überschlagkabine haben auf dem Gelände des BBZ Halt gemacht. Das Gemeinschaftsprojekt des DVR und der BGF ist ansonsten europaweit unterwegs und von montags-donnerstags auf Rasthöfen zusammen mit der Autobahnpolizei. Mit nur knapp 10 km/h führt der Gurtschlitten deutlich vor Augen, welche Kräfte bei einem Aufprall auf den Körper einwirken. Denn trotz Anschnallpflicht seit 1992 sind 50 Prozent der Trucker ohne Gurt in Deutschland unterwegs, gibt Herr Wolff an, der im Auftrag des DVR arbeitet.
Ein Gesetz in Aller Munde
Nicht alles lässt sich so schön praktisch zeigen und erleben. Auch theoretische Inhalte und Grundlagen gehören zu den Aus- und Weiterbildungen dazu. Jedoch versuchen die BBZ-Trainer selbst hier möglichst viele anschauliche und praktische Elemente wie z.B. mit Modellen einzubringen, erklärte der Verantwortliche für Marketing und Vertrieb, Herr Kübler. Auch hier in Nordhausen fällt der Begriff BKrFQG Weiterbildung und Grundqualifikation und das Bildungszentrum hat sich bundesweit als Ausbildungseinrichtung hierfür anerkennen lassen.
Mit dem Ausbau des Autodroms hat das BBZ einen weiteren Schritt getan, um den steigenden Bildungsbedarf für die Beförderungs- und Transport-, sowie Speditions- und Logistikbranche gemacht.
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