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NFM-Verlag > Archiv > Finanzen & Fuhrpark

03.06.2008

Dieselpreise explodieren

Schwindelerregende Höhen: Die Dieselpreise befinden sich auf Rekordniveau

Transportunternehmen reichen Preiserhöhungen weiter

Der Blick auf die Preistafeln der Tankstellen treibt einem gegenwärtig die Tränen in die Augen. Der Preisfahrstuhl fährt mit unverminderter Geschwindigkeit nach oben. Leidtragende  sind vor allem die Transportunternehmen, die sich mit fast schon täglich höheren Preisen arrangieren müssen. Und das wird immer schwieriger: Obwohl die meisten Transportdienstleister inzwischen mit Dieselzuschlägen arbeiten, bleibt fast immer ein Teil der Kostensteigerungen an den Unternehmen hängen.

Vor allem viele kleine und mittelständische Transportlogistikunternehmen stehen aufgrund drastisch steigender Energiekosten mit dem Rücken zur Wand. Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. sieht in dieser Lage keinen anderen Ausweg als unverzüglich mit den Auftraggebern einen Ausgleich zu suchen. Diese könnten jeden Tag an den Tankstellen neue Rekordpreise für Dieselkraftstoff ablesen – und diese Kostenexplosion kann kein Transportlogistikunternehmen mehr „intern wegdrücken“.

Deshalb empfiehlt der BGL seinen Mitgliedern: „Lieber stehen als Pleite gehen.“ Bevor nicht-kostendeckende Aufträge übernommen würden, sollten Kapazitäten zurückgefahren werden. An die Auftraggeber gerichtet, betont BGL-Präsident Hermann Grewer: „Wer seinem Logistikpartner heute keine Chance zum Überleben gibt, steht morgen ohne ihn da.“ Transportunternehmen, denen es nicht gelingt, die exorbitanten Kostensteigerungen im Markt weiterzugeben, werden nach Ansicht des BGL aufgrund von Liquiditätsschwierigkeiten kurzfristig aus dem Markt ausscheiden.

Auf Seiten der Verlader versucht man das Problem so gut es geht beim Transportdienstleister zu belassen. Vor allem in Transportsegmenten, in denen mit Standardequipment gefahren wird, nutzen sie das Überangebot an Transportanbietern. Wer für die festgesetzten Kurse nicht fahren will scheidet eben aus. Unternehmen, die der Meinung sind, sie könnten auch noch diese Kostenkröte schlucken gibt es zuhauf.

Teurer Sprit: Gerade für Transportunternehmen bedeuten die steigenden Preise enorme Probleme

Der Dieselpreis ist in vielen Transportunternehmen mittlerweile zum Kernthema geworden. So auch bei der Bremer Container Logistik GmbH, die neben 15 eigenen Fahrzeugen auch zahlreiche Subunternehmer im Einsatz hat. „Wir bemerken bereits und befürchten bei weiter steigenden Kraftstoffkosten ein spürbares Absterben von Fahrzeug bzw. Subunternehmerkapazitäten,” so Geschäftsführer Marco Mester gegenüber NFM. Zugleich sieht er eine große Gefahr in der (gewollten?) Abwanderung von Auftragspotential auf die Schiene!

Der niederländische Trucking-Unternehmer Gerben Heisterkamp blickt vergleichsweise gelassen auf die steigenden Preise: „LKW's wird man auch im Zukunft brauchen, auch wenn der Diesel so teuer ist.” Sein Unternehmen gibt die Preiserhöhungen konsequent an die Kunden weiter.  Ein Problem sieht er lediglich darin, dass Transportunternehmer mit immer höheren Summen in Vorlage gehen müssen.

Auch Jürgen Poelmeyer, von der Firma P.H.L. Transport-Logistik GmbH ist nicht gerade "glücklich" über die Preisentwicklung bei Diesel, stellt sich aber der Herausforderung. Er hat seine Kunden angeschrieben und dabei auch auf die Ursache auf politischer Seite hingewiesen. 
Um die Preiserhöhungen weiterzureichen zu können, sei es jedoch notwendig, seine Kosten zu kennen. Poelmeyer: „Wer seine Zahlen nicht kennt, bleibt auf der Strecke“. Und wer seine Zahlen gut kennt, kann auch im Unternehmen selbst gegensteuern. Zum Beispiel mit einer intelligenten Verkehrssteuerung und einer Optimierung der Disposition.

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