Perfekt auf Bau programmiert
Kerax und Lander ab sofort auch automatisiert im Baustelleneinsatz
Was haben ein schweres Nutzfahrzeug und eine Fussballmannschaft gemeinsam? Die Antwort ist simpel: Nur wer Teamgeist an den Tag legt, wird erfolgreich seinen Job machen können. Teamgeist im Falle des Nutzfahrzeuges ist schlicht das möglichst perfekte Zusammenspiel aller Komponenten, wie Motor, Getriebe oder Achsen. Genau hier hat Renault Trucks jetzt nachgelegt und seinen Baustellenbaureihen Kerax und Premium Lander ein automatisiertes Schaltgetriebe mit spezieller Baustellenprogrammierung spendiert.
Komplexität der Fahrsituationen
Die Schwierigkeit im schweren Baustelleneinsatz sind vor allem die Komplexität und Schwierigkeit der Fahrsituationen. Genau das setzt rustikale Technik voraus. Die bringt die im vergangenen Jahr von Grund auf erneuerte Kerax-Baureihe mit. Und das in mehr als 60 verschiedenen Varianten
Als Fahrgestell ist der Kerax in den Konfigurationen 4x2, 4x4, 6x4, 6x6 und 8x4 und als Zugmasdchine als 4x2, 4x4, 6x4 und 6x6 verfügbar. Lediglich das 4-achsige „Eisenschwein” mit Allradantrieb, der klassische 8x8 ist (noch) nicht im Lieferprogramm. Ähnlich sieht es beim ebenfalls im vergangenen Jahr komplett erneuerten Premium Lander aus.
Neben robuster Technik sind im schweren Baustelleneinsatz auch versierte Fahrer notwendig. Der Job besteht zu einem nicht unerheblichen Teil aus kräftezehrender und gelenkverschleißender Schaltarbeit. Gänge überspringen ist in schweren Gelände meist nicht möglich, um die bis zu 32 t schweren Kraftpakete halbwegs flüssig in Fahrt zu bringen. Genau diesen Job übernimmt ab sofort das optional erhältliche Optidriver+ mit Bravour. Der Kompromiss zwischen Mobiltät und Wirtschaftlichkeit ist den Renault Trucks-Ingenieuren gelungen. Die Getriebesteuerung ist so programmiert, dass der Motor nur selten den grünen Drehzahlbereich verlässt.
Steigungen, auch mit progressivem Anstieg, Gefällstrecken, raue Untergründe, Huckelstrecke - das Getriebe schaltet in nahezu allen Situationen absolut präzise. Es gibt nur wenige Fahrsituationen, auf die die ansonsten nahezu perfekte Programmierung des Schaltautomaten irritiert reagiert. Das ist unter anderem bei Gefällstrecken der Fall. Wird in diesen Situationen Gas gegeben, reagiert das Getriebe mit flotten Hochschalten. Damit wird natürlich die Motorbremswirkung aufgehoben und nur durch den Tritt auf die Betriebsbremse die Situation entschärft werden. Der Profi wird freilich in solchen Situationen kein Gas geben.
Schnell und präzise
Ein markantes Kennzeichen der Optidriver-Getriebe sind die schnellen Schaltzeiten. Der Rechner reagiert promt auf die jeweilige Fahrsituation und schaltet beispielsweise bei Steigungen flott mehrere Gänge nach unten, um den Truck möglichst flüssig den Anstieg empor klimmen zu lassen.
Das Optidriver+ deckt verschiedene Nutzungsarten bis zu einem Einsatzgewicht von 90 t ab.
Wie kommt es zu der guten Abstimmung? Die Getriebesteuerung berücksichtgt verschiedene Parameter. Dazu gehören die Last des Fahrzeuges ebenso wie Steigungen, das Kennfeld des Motors und des Antriebsstrangs sowie Beschleunigungs-, Verzögerungs- oder Bremsbefehle. Die Folge ist, dass der Motor fast immer im optimalen Wirkungsgrad genutzt wird.
Wirtschaftlich auch auf der Straße
Das gilt übrigens nicht nur in schwerem Gelände. Viele Einsätze erfordern neben höchster Geländegängigkeit auch einen wirtschaftlichen Betrieb auf befestigten Straßen. Geländegängigkeit und Straßentauglichkeit müssen also auch in einen wirtschaftlichen Einklang gebracht werden. Auch hier brauchen Kerax und Premium Lander mit Optidriver+ keinen Vergleich zu scheuen. Der Schaltautomat bringt die Bausteller auch unter „normalen” Fahrbedingungen flott in Fahrt und sorgt dafür, dass die Nadel des Drehzahlmesser stets im grünen Bereich bleibt.
Ein Nutzfahrzeug ist immer nur so gut wie die Summe der Komponenten. So reicht es nicht, nur nach vorne zu stürmen. Immer wieder muss auch die Abwehr tätig werden, So passt sich der in das Getriebe integrierte hydraulische Intarder perfekt in das Getriebemanagemet ein. Er stellt ein Bremsmoment von maximal 3200 Nm (500 kW) zur Verfügung, was den Fahrer in vielen Situationen weitgehend unabhängig von der Betriesbremse macht. Selbst auf längeren und steilen Gefällstrecken bremst der Intarder in Verbindung mit der Motorbremse das Fahrzeug zuverlässig und verschleißfrei ab.
Mehr Komfort in einem schweren Job
Ein schweres Baustellenfahrzeug ist immer auch Arbeitsplatz für den Fahrer. Und das für viele Stunden täglich! Ein Höchstmass an Komfort sollte daher selbstverständlich sein. Das die Nutzfahrzeughersteller in den letzten Jahren aufgegriffen und mehr oder weniger in ihren Fahrtzeugen umgesetzt haben. So auch Renault Trucks: Die Franzosen haben im vergangenen Jahre mit der Erneuerung der Baureihen Premium Lander sowie Kerax eine regelrechte Baustellenoffensive gestartet, von der auch die Fahrer profitieren. Die Fahrerhäuser ihrer Trucks unterscheiden sich in Sachen Komfort nur noch unwesentlich von denen der Fernverkehrsfahrzeuge. Klimaanlagen, vielfach verstellbare Sitze, eine rückenschonende Federung, Kühlschränke; fast alles ist möglich.
Was kann noch verbessert werden?
Gerade im ausgeladenen Zustand und im schweren Gelände kommt mitunter der Wunsch nach mehr Leistung auf. Sicher, 450 PS sind auch in der Kiesgrube oder im Steinbruch kein Pappenstiel. Gleichwohl gibt es Situationen, in denen der Kerax etwas schwerfällig aus den Startlöchern kommt. Das wissen auch die Verantwortlichen bei Renault Trucks. An der Adaption des 13-Liter-Motor für die Baustellen-Baureihen wird bereits gearbeitet. Wann das große Aggregat und damit Leistungen bis 500 PS in Kerax und im Premium Lander verfügbar sein wird, steht zum gegenwärtigen Zeitpunkt allerdings noch nicht fest.
Nicht geplant ist dagegen, in Sachen Abgasstrategie von der SCR-Technologie abzugehen. Das ist gerade im Baufahrzeugsegment bedauerlich, fordern doch viele Kunden Trucks mit AGR-Technik, um das Fahrzeug unabhängig von AdBlue und platzraubender Katalysatortechnik zu machen. Volvo hat darauf bereits reagiert und bietet seine Bausteller in Kürze wahlweise mit SCR- oder AGR-Technik an.
Fazit:
Mit der Vorstellung des neuen automatisierten Getriebes Optridriver- mit spezieller Baufahrzeug-Programmierung haben die Franzosen ihren Baustellern jetzt die Krone aufgesetzt. Der hohe Entwicklungsaufwand hat sich gelohnt: Die Schaltautomaten arbeiten in nahezu allen Situationen schnell und absolut präzise. Das überrascht insbesondere angesichts der Situationsvielfalt, die es im Baustelleneinsatz zu bewältigen gilt, und die bislang Fahrer mit Erfahrung voraussetzen, soll der Truck wirtschaftlich und materialschonend seinen Job bewältigen.
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