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NFM-Verlag > Archiv > Baufahrzeuge

11.12.2008

DAF CF 85 8x4: Allrounder für den Bau

Der 4-Achser von DAF im harten Praxiseinsatz

Ausgewogener Kompromiss

Kraftprotz für das Gelände oder schwerer straßenoptimierter Kipper? Zwischen diesen beiden Konzepten hat DAF seinen 4-Achs-Kipper CF 85 angesiedelt. Wir waren mit dem Allrounder mit einem Halfpipe-Hinterkipper von Meiller im Praxiseinsatz unterwegs.

Die Baustellentauglichkeit zeigt sich im Falle des DAF CF 85.460 8x4 nicht nur in der Auslegung aller wichtigen Komponenten, sondern auch in vielen Details. So war unser Testfahrzeug mit einem so genannten Zyklonfilter ausgestattet. Ein Feature, dass in staubreichen Umgebungen sinnvoll ist. Zusätzlich wurde ein neuer Kühlerschutz (5 mm) mit integriertem Staubschutz montiert. Ein robuster neuer Einstieg mit drei Stufen wurde entwickelt, wobei die mittlere am Fahrgestell befestigt und die untere flexibel montiert ist.

Das 8x4 Achskonfiguration hat allerdings in manchen Situationen ihre Tücken. Es wird sich zwar niemand mit einem Nichtallradfahrzeug in richtig schweres Gelände wagen, wohl aber auf schwierige Untergründe. Ein solcher Untergrund ist beispielsweise frisch aufgeschütteter Füllsand. Dort kann man mit der 8x4 Konfiguration und Straßenbereifung schon mal in Schwierigkeiten geraten.

Unter dem Fahrerhaus unseres Testfahrzeuges war ein PACCAR MX-Motor mit 340 kW (460 PS) in Euro 5-Ausführung montiert. Basis für die hohe Wirtschaftlichkeit ist die Hochdruck-Einspritzung SMART. Die komplexe Einspritztechnik sorgt dafür, dass jeder der sechs Zylinder in jeder Situation mit der optimalen Kraftstoffmenge versorgt wird. Das zeigt sich in hohen Literleistung des Aggregats und dem Drehmoment. Der 345 kW leistende Motor stemmt in einem weiten Drehzahlbereich satte 2300 Nm ans Schwungrad. Das verleiht dem schweren Baustellkipper Kraftreserven, die ihn die meisten Situationen auf der Baustelle problemlos meistern lassen.

Bei unserem Testfahrzeug wurden die 460 Pferdchen übrigens mit Hilfe eines automatisierten 12-Gang-Getriebes auf die Straße gebracht. Ein echter Komfortgewinn gegenüber dem Pendant mit konventionellen Handschalt-Getriebe. Um dem Off-Road-Einsatz gerecht zu werden, hat DAF dem Schaltautomaten aus dem Hause ZF eine spezielle Geländeeinsatz-Programmierung mit auf den Weg gegeben. Die sorgt dafür, dass die Gänge höher ausgefahren werden. Das wiederum bewirkt ein besseres Vorankommen auf unbefestigten Untergründen. Über einen Schalter am Armaturenbrett wird die Schaltweise des AS-Tronic-Getriebes beim Fahren auf normalen Straßen wieder auf „Onroad“ gesetzt.




Das CF-Fahrerhaus präsentiert sich auch in der  Day Cab-Ausführung geräumig und mit einen Interieur auf Fernverkehrsniveau. Allerdings wäre ein spezielles Fach für Regenbekleidung und Gummistiefel wünschenswert um groben Verunreinigungen in der Hütte vorzubeugen. Ansonsten gibt es nichts zu beanstanden:  Alle Bedienelemente sind ohne Verrenkungen erreichbar, Ablagen für Flaschen, Brotdosen, den leidigen papierkram und die vielen Kleinigkeiten des Fahrerlebens stehen in ausreichender Zahl zur Verfügung. Besonders lobenswert weil praxisorientiert: Der Einsatz pflegeleichter Materialien erleichtert Reinigung und Pflege des Fahrerhauses. Das wissen vor allem „Sandkutscher” zu schätzen, die vor allem im Sommer mit Unmengen von Staub zu kämpfen haben.

Der Blick in die Kippmulde ist ebenfalls problemlos möglich. Eine Trittstufe oberhalb des Kotflügels und Handgriffe auf dem Dach bieten dem Fahrer die notwendige Sicherheit. Das gilt auch bei der Reinigung der Windschutzscheibe. Um die besser reinigen zu können, besitzt das Fahrerhaus im Frontbereich eine ausklappbare Trittstufe.

Fazit: Die Flottenbetreiber schätzen Zuverlässiugkeit und Wirtschaftlichkeit, die Fahrer wollen einen Arbeitsplatz mit viel Komfort. Die unterschiedlicen Anforderungen hat DAF mit seiner CF-Baureihe mit Bravour zusammengeführt. Der von uns gefahrene 4-Achs-Kipper verdient darüber hinaus das Prädikat „Uneingeschgränkt Praxistauglich“.

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